Im Herbst 2025 besuchte Alexander Häntzschel die Expo in Osaka – eine Weltausstellung über die Zukunft.

Das Wahrzeichen der Expo 2025 war der „Grand Ring“ des japanischen Architekten Sou Fujimoto: eine fast zwei Kilometer lange, bis zu 20 Meter hohe Holzkonstruktion, die das Gelände auf der künstlichen Insel Yumeshima umschloss. Sie war Rundweg, Wetterschutz, Aussichtspunkt und Symbol zugleich – ein imposantes Bauwerk, das die Expo räumlich und atmosphärisch zusammenhielt.
Besonders eindrucksvoll präsentierte sich China. Der Pavillon erinnerte mit seiner Fassade an eine aufgefaltete Schriftrolle und griff mit vertikalen Elementen die Form antiker Bambusstreifen auf. Im Innern reichte die Inszenierung von Exponaten der chinesischen Kulturgeschichte bis hin zu Mondproben der Chang’e‑Missionen. Die Botschaft war unmissverständlich: China positionierte sich als jahrtausende alte Kulturnation mit großem Zukunftsanspruch. Die Wartezeit in der Besucherschlange betrug mehrere Stunden.


Deutschland setzte mit dem Pavillon „Wa! Germany“ auf ein leiseres, durchaus stimmiges Konzept. Runde Holzbauten mit begrünten Dächern machten das Thema Kreislaufwirtschaft anschaulich. Die heimlichen Publikumslieblinge waren die „Circulars“: kleine, runde Figuren, die als Maskottchen und sprechende Guides durch die Ausstellung führten. Gerade in Japan, wo Maskottchen in Kawaii-Ästhetik zur Populärkultur gehören, traf diese Idee den richtigen Ton.
Vom 13. April bis 13. Oktober 2025 kamen rund 29 Millionen Menschen zur Expo nach Osaka. 158 Länder und Regionen sowie sieben internationale Organisationen beteiligten sich. Am Abend setzte eine Drohnenlichtshow über Yumeshima den leuchtenden Schlusspunkt.